Die Suche nach dem Sofa

Beginnen wir mal von vorn. Ganz von vorn.

Unser jetziges Sofa haben wir im Spätsommer 2017 gekauft, also vor fast 3 Jahren. Wir lebten gerade in unserer 3-Zimmer-Wohnung, das Haus war geplant, aber die Bodenplatte noch nicht gegossen, der Bauzaun noch nicht gestellt. Wir konnten es kaum abwarten, in dieses neue, große Haus zu kommen, in dem jeder ein eigenes Zimmer hat. Also, ok, jedes Kind ein eigenes Zimmer.

Denn genau dort lag das Problem. Unsere Tochter – als Erstgeborene – hatte das freie Zimmer der Wohnung bezogen. Dasjenige, wofür wir extra dort hin gezogen waren. Und wir hatten es uns so schön vorgestellt. Zwei kleine Kinder (ihr Bruder kam ja anderthalb Jahre später dazu) brauchen noch nicht viel Platz in ihren Zimmern, sind eh meist im Wohnbereich bei den Eltern. Also können sie gemeinsam in einem Zimmer schlafen.

Denkste. Unsere Tochter verarbeitete ihren Tag, indem sie sich vor dem Schlafen noch ganz schön viel erzählte. Unser Sohn hingegen durfte nicht die kleinste Ablenkung erfahren, damit er zur Ruhe kam. Alles ausprobiert. Ihn „draußen“ im Wohnungsflur in den Schlaf gewogen, um ihn dann zu ihr zu legen, in der Hoffnung, dass er von ihrem Gebrabbel nicht wach wird. Ist doch blöd. Sie gebeten, leise zu sein. Ist doch blöd. Gegen ihre Natur zu arbeiten, die ja nun im Grunde niemandem schadet. Was auch immer wir ausprobierten, es führte einfach nur dazu, dass mindestens einer von uns angespannter war als nötig.

Also haben wir kurzen Prozess gemacht und unser Schlafzimmer geräumt. Das Bett und unser Sofa verkauft und dafür dann ein Schlafsofa besorgt. Modular sollte es sein, so dass wir es noch mit ins Haus nehmen konnten bis wir etwas Neues, etwas Richtiges, etwas für Herz und Auge gefunden haben.

Wer ein wenig zwischen den Zeilen lesen kann, weiß jetzt schon, das Sofa hatte einen schweren Stand bei uns. Es wurde aus der „Not“ heraus gekauft. Nicht, weil das alte durch war. Und auch nicht, weil man sich Hals über Kopf verliebt hatte. Einfach, weil es nötig war. Und es uns über das letzte Jahr in der Mietwohnung retten musste.

Dass es dann noch fast zwei Jahre hier stehen würde, das hätten wir vorher sicher nicht gedacht.

Beim Blättern von Zeitschriften, damals, während der ersten Skizzen zum Haus, hatte ich mich verliebt. In das Sofa eines dänischen Herstellers. Ihr habt es sicher schon das ein oder andere Mal auf Bildern gesehen, es existiert in einer straffen, geradlinigen Variante und in einer Soft Version. Es hätte in der weichen Version so gut gepasst zu dem, was wir damals für das Haus planten. Geschliffener Sichtestrich am Boden, naturbelassene Sichtbetondecke, viel Eiche. Und dazu dieses Sofa zum Reinlümmeln. Dieses Sofa, das so eine immense Menge an Stofflichkeit mit sich bringt. All die harten Kanten und kalten Materialien des Bodens und der Decke abfedert, Gemütlichkeit bringt.

Und dann kam alles anders. Aus geschliffenem Sichtbeton am Boden wurden massive Douglasiedielen, aus naturbelassenem Sichtbeton an der Decke wurde ein zartrosa Himmel. Alles wesentlich weicher, alles so, dass es gut Ecken und Kanten verträgt. 

Außerdem nervte mich – ok, uns – mittlerweile, dass ständig Spielzeug (Murmeln, Lego, Puzzleteile,…) in dem Bermudadreieck unter dieser ja doch ordentlichen Sitzfläche verschwand. VomStaub fange ich gar nicht erst an.

Die Konsequenz daraus? Das erste Wunschsofa bekam Konkurrenz. Von einem anderen Hersteller, aber aus dem gleichen Land.

Es hat Beine. Ist gemütlich genug, aber eben sleeker, eckiger. Und das gibt es sogar mit extra hoher Rückenlehne! Eigentlich leider eher für den Office-Bereich konzipiert, oder für die Lobby eines Hotels. Kreiert Privatsphäre, nimmt dem Raum aber nur wenig seiner Offenheit, seiner Größe. Die Idee fand ich mega. So könnten die Kinder auch mal die Sendung mit der Maus schauen, während wir Erwachsenen noch am Tisch sitzen und quatschen. Wir hätten den Fernseher nicht ständig vor Augen, die Kinder nicht unseren Schall um die Ohren. Und dennoch sind wir beieinander. So wie wir sind eben.

Und doch passte auch das nicht so ganz. Denn, dadurch, dass es eben nicht für den klassischen Wohnbereich designed wurde, fällt die Sitztiefe geringer aus. Macht das Ganze für’s heimische Wohnzimmer dann wohl oder übel unattraktiv. Und wir hätten eine wesentlich schmalere Version als unseren Wunsch nehmen müssen.

Irgendwie alles semioptimal. Oder auch gar nicht optimal.

Und dann sitzt da im Hinterkopf immer die Stimme, die einem zuflüstert, dass man zwei doch noch kleine Kinder hat. Und eine Katze. Dass man vor Flecken also nicht gefeit ist. Und vielleicht das alte behalten sollte, Denn da kann man schließlich die Bezüge abziehen und waschen. Und wechseln, neue kaufen. Anstatt eines völlig neuen Sofas. Man könnte also auch mal eine Farbe wagen. Und irgendwann wieder zu neutral zurückkehren.

Wäre es nicht so unbequem und durchgenudelt. Und die Rückenlehne zu hoch, um schön aus dem Wohnzimmerfenster ins Grüne zu schauen aber auch zu niedrig, um den Raum dadurch zu strukturieren. Außerdem wächst bei uns doch der Wunsch nach Produkten, die nicht am anderen Ende der Welt produziert werden. 

Hm. Alles schwierig. Und wir hätten fast aufgegeben. Bis wir gestolpert sind. Über ein Label aus Berlin, die genau das anbieten, was wir suchen. Direkt ins Design und die Flexibilität verliebt und Stoffproben geordert. Und nun steht es hier, seit Freitag.

Wir testen noch ein paar Tage – denn man könnte es ziemlich easy wieder abholen lassen, 100 Tage lang. Aber davon gehen wir mal nicht aus – und dann zeige ich es Euch. Ich weiß, Ihr wartet schon darauf.

6 Kommentare zu „Die Suche nach dem Sofa“

  1. Jenny von Tuttis_Traumhaus

    Liebe Ulli,
    eine tolle Seite hast du da aufgebaut genau wie die Spannung die langsam bis ins Universum steigt 🤭

    Viele Grüße, Jenny

    1. Ach, liebe Jenny, ich dank‘ Dir so!
      Und ja, ich weiß es ja selber 🙈
      Ist nicht, um Euch zu ärgern, aber ich mag es erst so richtig zeigen, wenn ich sicher bin, dass es gut ist ☺️
      Hab einen wundervollen Start in die Woche!
      Ulli

  2. Liebe Ulli,
    ich hab kein Instagram, aber dich dort irgendwann entdeckt. Seitdem schaue ich da regelmäßig, auch wenn es ohne Instagram echt mühselig ist 😉 ich mag deine Bilder, Einblicke, Überlegungen, Strukturierung…und ich freue mich sehr über diesen Blog (hatte selbst mal einen). Meine Überlegungen für Hausbau, Hauskauf oder auch nur Umzug sind sicherlich jetzt schon beeinflusst, ich mache mir zum Beispiel viel mehr Gedanken was wir wo brauchen, habe Listen (obwohl es noch keinen konkreten Plan gibt) und gehe bei Neuanschaffungen viel weniger Kompromisse ein, sondern suche lieber Mal länger..
    Ich bin gespannt auf die nächsten Beiträge,
    liebe Grüße
    Julia

    1. Ach, liebe Julia! Dein Kommentar hat mich wirklich berührt! Ich danke Dir so sehr, dass Du all diese Mühen auf Dich nimmst, um meine Beiträge auf Instagram zu verfolgen und bin total baff! Nun wird es hier langsam aber sicher mit Leben gefüllt, so kann ich noch mehr ausholen und erklären und auch quer verweisen. Ich hoffe, dass es Dir und noch ganz vielen Anderen hilft ❤️
      Und ja, solch eine Liste hatten wir auch, schon bevor wir anfingen, nach Immobilien zu suchen. Grandios, dass Ihr das auch so macht!

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